jri: Ortsbrandmeister Michael Böther konnte bei der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Bütlingen auf ein gewöhnliches Einsatzjahr 2025 zurückblicken. Insgesamt rückten die Bütlinger Brandschützer zu 32 Einsätzen aus. Diese gliedern sich in sechs Brandeinsätze, zwei technische Hilfeleistungen, 23 Helfer-vor-Ort-Einsätze und zwei Umzugsbegleitungen. „Damit pendelt sich das Einsatzgeschehen auf einem normalen Niveau ein“, so Böther.
Neben den daraus resultierenden 271 Einsatzstunden für die Bütlinger Feuerwehrleute kamen 202 Lehrgangsstunden, unter anderem für Sprechfunker- und AGT-Lehrgänge, zusammen. Einen großen Anteil nahmen zudem die Ausbildungsdienste mit insgesamt 3608 Stunden ein.
Ortsbrandmeister Böther freut sich über die konstante Mitgliederzahl von 47 aktiven Feuerwehrleuten. Weiter werden 13 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr, 5 Mitglieder in der Kinderfeuerwehr und 18 Kameraden in der Altersabteilung gezählt.
Zu Beginn der Versammlung bat der Ortsbrandmeister um eine Schweigeminute, für zwei verstorbene Kameraden. Das Jahr 2025 sei auch eines der schwersten Jahre für die Ortsfeuerwehr gewesen. Die tief sitzende Trauer und der Verlust waren auch in diesem Moment der Versammlung deutlich zu spüren. Im August verstarb der Erste Hauptfeuerwehrmann Arne Heuer plötzlich und unerwartet im Alter von 48 Jahren. Nur zwei Wochen später folgte der Tod von Ehrenortsbrandmeister Wilhelm Hagemann. Böther fand für beide Kameraden wertschätzende Worte und erinnerte an ihren langjährigen Einsatz und ihren Werdegang in der Bütlinger Feuerwehr.
Der Fuhrpark und das Feuerwehrhaus stellen die Feuerwehr aktuell vor einige Herausforderungen. Der Fuhrpark verfügt über ein knapp 30 Jahre altes Tanklöschfahrzeug. Dieses würde Böttcher auch noch gerne lange behalten, jedoch gestalten sich die Reparaturen Zunehmens schwieriger. Auf ein Ersatzteil wartete man kürzlich zwei Monate, wodurch das Fahrzeug in dieser Zeit nicht einsetzbar war. Auch die Ersatzbeschaffung des alten MTW lässt weiterhin auf sich warten. „Die Zeit drängt“, so der Ortsbrandmeister.
Ein weiteres Problem betrifft das Bütlinger Feuerwehrhaus. Bei einer Brandschau vor 22 Monaten wurde ein fehlender zweiter Rettungsweg aus dem Obergeschoss bemängelt. Monatelang wurde das Obergeschoss aufgrund des fehlenden zweiten Rettungswegs gesperrt, was für alle Abteilungen einen erheblichen Einschnitt bedeutete. Mittlerweile wurden Auflagen erteilt, sodass das Obergeschoss wieder genutzt werden kann. Ähnlich wie beim MTW lässt der Bau des zweiten Rettungswegs auf sich warten. Die Resonanz der Samtgemeinde Elbmarsch sei hierzu bislang verhalten, obwohl der Bauantrag genehmigt ist und die Ausschreibungen abgeschlossen sind.
Die stellvertretende Jugendwartin Lena Wenke berichtete von zwei Übertritten aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung. Weiter von einer erfolgreichen Teilnahme an der Jugendflamme 1 und 2, sowie einem wirklich eindrucksvollen Tag bei der Berufsfeuerwehr in Hamburg. Dieser wurde durch den dort diensttuenden stellvertretenden Ortsbrandmeister Sascha Niemann organisiert.
Positive Zahlen gab es auch aus der Kinderfeuerwehrwehr. Kinderfeuerwehrwartin Lea Marie Hillmer berichtete von einem Mitgliederstand von 30 Kinder, die von 14 Betreuer begleitet werden. Im Jahr 2025 konnten acht Kinder in die Jugendfeuerwehr übertreten.
Ortsbrandmeister Michael Böther lobt die engagierte Nachwuchsarbeit der Wehr. Es sei für ihn nicht selbstverständlich, dass die Jugendarbeit so toll und reibungslos funktioniere. Mit einem Augenzwinkern bemerkte er, dass es an manchen Tagen wohl einfacher sei „einen Sack Flöhe zu betreuen“ als eine Kinder-/ Jugendgruppe zu betreuen.
Bürgermeister Andreas Rönner dankte den Feuerwehrleuten für ihren geleisteten Dienst. Er würdigte insbesondere die teilweise lange Zugehörigkeit zur Feuerwehr. Mit den vielen Aus- und Fortbildungen, den erworbenen Fähigkeiten und den zahlreichen geleisteten Stunden könne man das Ehrenamt und das Engagement durchaus mit einem Nebenjob vergleichen.
Samtgemeindebürgermeisterin Kathrin Bockey nahm in ihren Grußworten Stellung zu den angesprochenen Themen. Viele Feuerwehrhäuser hätten „Macken“, und man müsse schauen, wie man damit umgeht. Dies werde jedoch erst entschieden, wenn der Feuerwehrbedarfsplan fertiggestellt sei. Bockey zeigte sich zuversichtlich und betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen den Wehren ausgesprochen gut sei und alle in einem guten Austausch stehen.
Die folgenden Ehrungen wurden durch Samtgemeindebürgermeisterin Kathrin Bockey vorgenommen.
Manfred Hänelt und Heinz Soltau wurden für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt.
Eine besondere Laudatio hielt Ortsbrandmeister Böther für Wilfried Brandes, der für 50 Mitgliedschaft geehrt und gleichzeitig in die Altersabteilung verabschiedet wurde. Brandes war 50 Jahre aktiv in der Einsatzabteilung der Feuerwehr Bütlingen. Eine Leistung, die bislang niemand zuvor erreicht hat. Für seine beeindruckende Leistung in der Wehr und auch für sein überörtliches Engagement und Arbeit für die Feuerwehr erhielt er verdienten anhaltenden Applaus und stehende Ovationen.
Ebenfalls in die Altersabteilung verabschiedet wurde Carsten Rusch. Auch er erhielt dankende Worte, insbesondere für sein jahrelanges Engagement für und in der Jugendfeuerwehr als Betreuer.
Beförderungen wurden durch den stellvertretenden Gemeindebrandmeister Benjamin Storbeck vorgenommen.
Annjana Hellwig zur Feuerwehrfrau
Joachim Hillmer zum 1. Hauptfeuerwehrmann
Lea Marie Hillmer zur Brandmeisterin
Marco Köpke zum Brandmeister
Janine Richters zur Hauptbrandmeisterin
Der stellvertretende Ortsbrandmeister Sascha Niemann schloss die Versammlung mit den Worten:
„Das Geheimnis der Feuerwehr: Wir sind nie alleine bei der Feuerwehr.“

