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Bütlingen,  04.10.2011, LW: Es ist ein kühler Oktoberabend. Ein frischer Wind weht das erste Herbstlaub über die Strassen und die Sonne schickt sich an langsam am Horizont zu verschwinden, als ein Pärchen in ihrem Auto das Ortsschild Tespe hinter sich läßt um außerhalb der Ortschaft ihren Wagen zügig zu beschleunigen. In gut einem Kilometer Entfernung ist bereits der Ort Bütlingen zu erkennen. Hier macht sich gerade ein Fahrradfahrer auf den Weg in Richtung Tespe um sich am Ortsausgang Bütlingen die Arbeiten an der Baustelle zur neuen Gaspipeline anzugucken.

Das Fahrzeug hat mittlerweile auf gut einhundert km/h beschleunigt. Das Pärchen unterhält sich angeregt über die weitere Planung des Feierabends. Der Fahrradfahrer hat sein Ziel bereits erreicht und beobachtet interessiert die Arbeiten an der Baustelle. Baustellenfahrzeuge kreuzen immer wieder die Fahrbahn. Grosse LKWs liefern dringend benötigte Materialien an die Baustelle. Auch das Pärchen ist nicht mehr weit von der Baustelle entfernt. Während der junge Mann aufmerksam das Treiben auf deralt Baustelle beobachtet, bemerkt die Fahrerin das ihr Fahrzeug in der leichten Linkskurve auf der matschverschmierten Fahrbahn die Bodenhaftung verliert. Sofort versucht sie mit gezielten Lenkbewegungen einem abdriften in den rechten Strassengraben entgegenzuwirken.

Der junge Fahrradfahrer nimmt nur wage die warnenden Rutschgeräusche des Fahrzeuges hinter ihm war. Zu interessiert beobachtet er immer noch das Treiben der Bauleute. Mit voll eingeschlagener Lenkung gelangt das Fahrzeug indes auf ein Stück Strasse das von dem Baumaschinen nicht verschmutz wurde. Sofort greifen die Reifen auf dem Asphalt und das Fahrzeug ändert schlagartig seine Richtung geradewegs auf die Baustelleneinfahrt an der linken Fahrbahnseite.

Das Geräusch von quietschenden Reifen dringt nun auch zu dem Jungen an der Baustelle durch der gerade einem Baggerfahrer bei seiner Arbeit zusah. Als er sich umdreht um dem Geräusch nachzugehen, sieht er das außer Kontrolle geratene Fahrzeug auf sich zukommen. Noch trennen 100 Meter das Fahrzeug von dem Jungen und sein Fahrrad. Als dieser das unvermeidliche realisiert, versucht er einen Verzweifelten Fluchtversuch. Zu spät. Mit voller Wucht trifft ihn der Wagen mit dem Heck und schleudert ihn 10 Meter weit auf den Fahrradweg. Schwer Verletzt bleibt der junge Mann auf dem Kalten Asphalt liegen, während ein Erdwall an der Baustelle die Wahnsinnsfahrt des Fahrzeuges abrupt stoppt. Airbags besitzt das alte Fahrzeug noch nicht. So werden Fahrerin und Beifahrer hart in ihre Gurte gepresst, während der Vorderwagen durch die massive Wucht in Richtung Innenraum gedrückt wird. Beide Insassen verlieren umgehend das Bewusstsein und sind schwerverletzt in ihrem Fahrzeug eingeklemmt.alt

Zum Glück bleiben die Geschehnisse nicht unbeobachtet. Der Baggerfahrer konnte den Unfall beobachten und alarmiert mit zitternden Händen die Rettungskräfte, bevor er aus seinem Arbeitsgerät springt um erste Hilfe zu leisten.

Zum Glück handelt es sich bei dieser kleinen Geschichte nur um das Ausgangsszenario einer gut vorbereiteten Übung der Feuerwehr Bütlingen. Diese erreicht nur wenige Minuten nach der Alarmierung die Einsatzstelle und beginnt sofort mit der Einleitung erster Maßnahmen. Vordergründig scheint hier dem Einatzleiter die Versorgung der drei, teils schwerverletzten, Personen. Zur Unterstützung fordert er sofort drei Rettungswagen und einen Notarzt an. Für diese Übung erhält die Feuerwehr Bütlingen hier reale Unterstützung von zwei Rettungswagen und einem Notarzt des DRKs aus dem Landkreis Lüneburg. Gemeinsam werden nun die Rettungsmaßnahmen koordiniert und im folgendem abgearbeitet. Zunächst kann die Fahrerin aus ihrer misslichen Lage befreit werden. Parallel wird außerdem der Fahrradfahrer versorgt. Etwas mehr Hilfe benötigt der Beifahrer. Er muss aufwendig mit hydraulischem Rettungsgerät aus dem Fahrzeug befreit werden.

Für die Fahrerin kommt jedoch jede Hilfe zu spät. Sie verstirbt, nach Aussage des Notarztes, noch an der Unfallstelle. Dennoch zeigte sich Gemeindebrandmeister Frank Hupertz als Beobachter der kleinen Alarmübung zufrieden mit den gezeigten Leistungen.