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Elbmarsch (lw) – Zehn Feuerwehren müssen im Schnitt in Niedersachsen geschlossen werden. Im Landkreis Harburg wird es ab April 2013 nur noch 107 statt 108 Feuerwehren geben, nachdem zwei Feuerwehren sich entschieden haben zu fusionieren.

In der Elbmarsch stellt sich diese Problematik zum Glück noch nicht. Dennoch: Zwar erfährt die Elbmarsch einen Zuwachs an Bürgern in ihren zahlreichen Neubaugebieten, jedoch finden nur wenige den Weg zum ehrenamtlichen Retter bei der Feuerwehr. Die wachsende Bürokratie, immer neue Verordnungen, Gesetze und Bestimmungen schrecken viele Kameraden ab eine Führungsposition innerhalb der Feuerwehr zu übernehmen. Im Rahmen einer Werbekampagne des Landes Niedersachsens sollen nun Interessierte auf die Arbeit in der Feuerwehr aufmerksam gemacht werden. Neben Kinospots und Zeitungsanzeigen wollen auch die Feuerwehren vor Ort für neue Mitglieder werben. Dazu werden in der Elbmarsch Plakate und Banner zu finden sein. Aber auch die Fahrzeuge der einzelnen Wehren werden zum Teil mit einer deutlichen Aufforderung zum Mitmachen ausgestattet die sich nahtlos in die niedersächsische Kampagne einfügt. Vorreiter ist hier die Feuerwehr Avendorf, die „ihr“ Fahrzeug bereits im Heckbereich entsprechend ausgerüstet hat. Die zehn Feuerwehren in der Elbmarsch mit ihren insgesamt 396 aktiven Mitgliedern mussten im abgelaufenen Jahr einen geringen Mitgliederschwund hinnehmen. Die Werbekampagne soll hier gegen wirken und für Verstärkung sorgen.

 

Diese können die Feuerwehren der Elbmarsch auch gut gebrauchen. Sie rückten im Jahr 2012 zu insgesamt 131 Einsätzen aus. Ein Großteil der Einsätze waren Brandeinsätze. Hier rückten die Kameraden zu 74 Brandeinsätzen aus. 57 technische Hilfeleistungen galt es außerdem abzuarbeiten. Hierbei konnten 24 Personen gerettet und Sachwerte im Wert von 1,7 Millionen Euro erhalten werden.

Einen weiteren Schritt in die Digitalisierung der Alarmierungseinrichtungen konnte in 2012 getan werden. So wurden die 29 Sirenen der Elbmarsch, über die die Feuerwehren vorwiegend alarmiert werden, auf digitale Empfänger umgestellt werden. Die bis dato eingesetzte, analoge Gleichwelle zeigt hier immer mehr Ausfallerscheinungen und wird den heutigen Bedürfnissen an Zuverlässigkeit nicht mehr gerecht. Ebenfalls wurden die Führungskräfte sämtlicher Feuerwehren mit digitalen Funkmeldeempfängern ausgerüstet, was einen weiteren Zugewinn an Sicherheit im Bezug auf die Erreichbarkeit der Einsatzkräfte darstellt. Erfreulich: Viele Feuerwehren der Elbmarsch haben sich entschieden ihre Kräfte ebenfalls mit digitalen Meldern auszustatten. Gerade am Tage können so mehr Einsatzkräfte aktiviert werden.

Auf den bereits abgehaltenen Dienstversammlungen der einzelnen Feuerwehren konnten auch in diesem Jahr Führungskräfte in ihren Ämtern bestätigt, bzw. neu gewählt werden. So wird Matthias Dittmer weiterhin die Feuerwehr Marschacht anführen. Als stellvertretender Zugführer ist Dittmer außerdem im Fachzug „Gewässerschutz“ des Landkreises Harburg tätig. Dem Fachzug „Brandbekämpfung 3“ im Landkreis Harburg steht Wilfried Brandes aus Bütlingen als Zugführer vor. Er konnte sich in diesem Jahr über eine mehr als verdiente Beförderung zum Oberbrandmeister aus den Händen von Abschnittsleiter Volker Bellmann freuen.

In der Feuerwehr Oldershausen gab es berufsbedingt einen Wechsel zu verzeichnen. Hier wird künftig Matthias Bergann die Wehr anführen. Er löst damit Kai Corbelin ab der sich lange Jahre in der Führung der Wehr bewährt hat und nun aus beruflichen Gründen sein Amt zur Verfügung gestellt hat.

Nicht erst seit dem letzten Jahr hat sich die Zusammenarbeit der einzelnen Führungskräfte der Wehr gefestigt und in einem anhaltenden Prozess optimiert. Um dies weiter zu intensivieren, trafen sich die Führungspersonen im letzten Jahr zu einem etwas anderen Exkurs und zwar hinter einem Herd bei einem Kochkurs. Diese Aktion fern ab von Dienstvorschriften, Verordnungen und dem allgemeinen Tagesgeschäft gab Gelegenheit eben diese Zusammenarbeit zu vertiefen. Das sich die Feuerwehren untereinander blind verstehen und sie optimal zusammen arbeiten, stellten sie nicht zu letzt bei der Großübung an der Grundschule Marschacht unter Beweis, wo alle zehn Feuerwehren bei einem simulierten Brand mit umfangreicher Evakuierung der Kinder perfekt miteinander agierten.  

Nach langen Diskussionen der Politik und anfänglichen Einwänden einzelner Gruppen kann nun im laufenden Jahr mit dem Anbau des Avendorfer Gerätehauses begonnen werden. Das Gemeinschaftsprojekt der Samtgemeinde Elbmarsch und der Gemeinde Tespe wird nicht nur den Avendorfer Brandschützern als neues Zuhause dienen, sondern den ortsansässigen Vereinen ebenso Platz für ihre Aktivitäten bieten. Eine gelungene Symbiose, die die Dorfgemeinschaft sicher fördern wird.